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Young People Bigband in Funk und Fernsehen

Sonntagskonzert auf Tournee in Xanten

Erstmals erschien die Young People BigBand im Jahre 1985 im Programm des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Es handelte sich um eine Folge des „Sonntagskonzerts auf Tournee" im Vormittagsprogramm. Die Livesendung wurde aus dem Amphitheaters des Archäologischen Parks in Xanten übertragen – es wurden allerdings schon zwei Wochen vorher in einer durch das Abhängen mit Wolldecken akustisch optimierten Sporthalle Tonaufnahmen für die Playbacks der Akteure gemacht. Ohne Playback ging schon damals nichts mehr. Bei der Young People BigBand konnte jedoch auf erneute Aufnahmen verzichtet werden, da die Master-bänder der gerade frischgepressten Singleschallplatte noch vorhanden waren, und „In The Mood" in ausreichend guter Qualität zur Verfügung stand.

 

In der Sendung sollten auch bekannte Stars wie Roberto Blanco und Ingrid van Bergen neben lebensechten Elefanten aus dem Circus Krone auftreten, und wir bekamen im Vorfeld in Aussicht gestellt, dass es zu einer Zusammenarbeit mit Roberto Blanco kommen könnte. Er sollte seinen neuesten Titel „Ole-Ola", einer Samba mit Bigband-Sound vortragen. Es wurde also angedacht, im Hintergrund stellenweise eine Young People BigBand beim „So Tun als ob" einzublenden. Der Gitarrist erinnnert sich: „Es gab in diesem Titel ein Gitarrensolo, und ich bekam extra eine Cassette, um dieses einzuüben. Schließlich musste ich ja in der Lage sein, eine synchrone Aufnahme vom Griffbrett zu liefern".

Die Synchronität war übrigens auch bei der Sendung ein Problem, da die Musiker ihr Playback aufgrund der Entfernung zu den die Bühne beschallenden Lautsprechern und der akustischen Laufzeit ein klein wenig später hörten, als die Fernsehzuschauer das taten.

Roberto Blanco trat zur großen Enttäuschung der gut vorbereiteten Young People dann aber in der Sendung ohne ihre Unterstützung auf.

Es darf vielleicht noch erwähnt werden, dass auch die Schützen-, Heimat-, und weitere Ortsansässige Vereine diese Enttäuschung teilen mussten. Sie hatten am Freitag vor der Sendung eine Parade nebst Einmarsch in die Arena einstudiert, die es wirklich in sich hatte. Auf wundersame Weise ist jedoch die Mitgliederzahl von der Probe bis zur Livesendung nicht unbeträchtlich angestiegen, so dass die sorgsam geplanten Figuren völlig ausser Tritt gerieten. Die Bildregie hat dann die Präsenz der Vereine in den Wohnzimmern der Nation auf wenige, nur sekundenlange Schnipsel begrenzt.

Die Young People waren hingegen deutlich und langanhaltend im Bilde, währenddessen sie die Bemühungen einer Kinderturngruppe mit den mitreißenden Klängen von „In The Mood" zu unterstützen verstanden.

Young People Big Band 1990

Reihe vorne von links nach rechts: Lothar Berger, Andreas Arzt, Andreas Fülberth
Reihe Mitte von links nach rechts: Imme Plückelmann, Anngret Zumstein, Kirsten Telinde, Nicole Hüfing, Anja Möllmann, Sabine Berger, Birte Hemsteg, Frank Ufermann, Edgar Speicher, Axel Bergmann
Reihe hinten von links nach rechts: Peter de Vroedt, Petra Paus, Ursula Hekers, Sandra Baumeister, Susanne Hüfing, Anke Grütjen, Andreas Windoffer, Marcell Oppenberg, Ulrich Wefelnberg, Thomas Lemm

Berlin Berlin.....jetzt geh'n wir nach Berlin!

1983 war ein Jahr, in dem es dem Management gelang, gute Kontakte zu der damals noch geteilten und zur Hälfte in der Deutschen Demokratischen Republik „eingemauerten" ehemaligen, bzw. Noch-Nicht-Hauptstadt Berlin zu knüpfen.

So erhielten wir eine Einladung, Live im Fernsehprogramm des amerikanischen Streitkräfte-senders AFN (American Forces Network) aufzutreten. Somit hatten wir die Gelegenheit, erstmalig ein TV-Studio von innen zu sehen.

Wir saßen schon während der News außerhalb der Kameraperspektive neben dem Nachrichtensprecher, und man hätte trotz vieler potentieller Geräuschquellen wie Noten- und Instrumentenständern, Saxophonklappen und Blechventilen in unseren Reihen eine fallende Stecknadel nicht nur hören können, sondern als unerträglich laut wahrgenommen. Es wurde dann trotz großer Aufregung abermals „In the Mood" mit nahezu professioneller Routine intoniert – sehr zur Freude der allesamt in Uniform agierenden amerikanischen Fernsehschaffenden.

Young People in Funk und Fernsehen
Reihe vorne von links nach rechts: Edgar Speicher, Astrid Zurmühlen, Claudia Zeppen, Sabine Berger, Frank Ufermann, Norbert Ufermann
Reihe Mitte von links nach rechts: Andreas Ridder, Anne Wefelnberg, Jens Sabel, Marcell Oppenberg, Christoph Meyers, Thorsten Pannen, Joachim Bosmann, Peter de Vroedt, Thorsten Nakath, Lothar Berger; Reihe hinten: Michael Gerlach

Einen Tag später hatte die Young-People BigBand dann im Europacenter den ersten Kontakt zu einem Berliner Live-Publikum. Die Tendenz der Berliner, ihre Begeisterung offen zu zeigen, war für die Musiker, die die eher zurückhaltenden Menschen vom Niederrhein gewohnt waren, überraschend und auch sehr mitreißend. Das sollte nicht der letzte Auftritt in dieser Stadt sein!

 

Young People in Funk und Fernsehen
Im September 1984 , also ein gutes Jahr später durfte die Young-People BigBand bei einer Fernsehübertragung im SFB mit Dieter Thomas Heck sogar drei Titel mit großem Erfolg interpretieren. Der bekannte Fernsehmoderator ließ es sich daraufhin nicht nehmen, die Musiker zu einer Hörfunksendung am Samstagmorgen, live übertragen vom Platz vor der Gedächtniskirche einzuladen.

 

Young People in Funk und Fernsehen

Vorne links Herbert Glowotz und Dieter-Thomas Heck, Reihe vorne von links nach rechts: Edgar Speicer, Clau-dia Zeppen, Frank Ufermann, Birte Hemsteg
Reihe mitte von links nach rechts: Martin Penning, Peter de Vroedt, Thorsten Nakath, Corinna Hübers-Buchmann, Heike Tenfelde, Anngret Zumstein, Frank Joland
Reihe hinten von links nach rechts: Jens Sabel, Jürgen Becker, Peter Flötgen, Marcell Oppenberg, Anne Wefelnberg, Wilhelm Wink, Andreas Ridder, Lothar Berger

Am Nachmittag des selben Tags folgten noch zwei Konzerte, die auch durch die vielen vom Publikum geforderten Zugaben die Young-People spüren ließen, wie anstrengend ein ausgefüllter Musikertag sein kann. Eine Erfahrung, die sich übrigens später, auch wieder im Zusammenhang mit einer Hörfunksendung, noch einmal wiederholen sollte!

Deutsche Welle – und Großenbaum

Diese Geschichte nimmt ihren Anfang im September 1989 in der Mercatorhalle Duisburg. Die Deutsche Welle bereitet eine weltweit ausgestrahlte Livesendung vor, und Young-People sind am Morgen schon zum Soundcheck angetreten. Es wird alles aufgebaut, markiert, ge-checkt.......und wieder abgebaut.

Die Musiker müssen nämlich auf der anderen Seite der Stadt in Großenbaum ein Konzert auf der Fussgängerzone bestreiten. Nach zwei Stunden spielen – und abermals einigen Zugaben steht dann die eiligste Rückkehr zur Mercatorhalle auf dem Programm. Diese findet allerdings nicht in einem für den Personentransport geeigneten Bus, sondern im fensterlosen Kastenwagen zwischen den Bühnenutensilien statt – glücklicherweise unbemerkt von unseren Ordnungshütern und auch unbehelligt von Verkehrskalamitäten.

So können die zuvor markierten Positionen auf der Bühne wieder eingenommen werden, und die Hörfunksendung geht beinahe reibungslos über den Äther. Nach der Pause ist der Dirigent Herbert Glowotz nämlich nicht mehr auffindbar. Er ist nach den Strapazen des Tages von der Müdigkeit übermannt hinter der Bühne eingeschlafen. Geistesgegenwärtig übernimmt jedoch der 1. Trompeter das Zepter und zählt den letzten Titel souverän ein.

Sommerspass beim WDR

Im Sommer 1999 zieht's die Young-People, unterstützt durch die unermüdlichen Bemühungen des neuen Bandleaders Marcell Oppenberg um Kontakt zu den Sendeanstalten, dann abermals ins Amphitheater im Archäologischen Park Xanten.

Die Young People am 10. Juli 1999 - 90 Minuten live im WDR-TV

Vorne Marcell Oppenberg, Reihe vorne von links nach rechts: Martina Bollmann, Thomas Müller, Kirsten Telinde, Nora Grütters, Sabine Lacks, Frank Ufermann, Maike Neerfeld, Nicole Hüfing, Anja Möllmann
Reihe mitte von links nach rechts: Thomas Lemm, Alex Morsey, Lothar Berger, Holger Wiesse, Christian Hülsmann, Ursula Hekers, Petra Grefer, Sandra Baumeister, Peter de Vroedt
Reihe hinten von links nach rechts: Peter Flötgen, Christoph Fischer, Ulrich Wefelnberg, Andreas Windoffer.

Diesmal geht es allerdings nicht um eine Sendung des ZDF, sondern um eine Samstag-Abend Prime Time Live Show im WDR-Fernsehen. Es ist die Pilotsendung zur neuen Sommerspass-Reihe, moderiert von dem bekannten Hörfunk-Urgestein Gisbert Baltes. Die Übertragung ist sehr aufwendig vorbereitet, und der WDR hat eine halbe Stadt aufgebaut, um den vielen Fernsehschaffenden angemessenen Aufenthalts-, Garderoben- und Arbeitsraum zu schaffen.

Die Sendung steht unter dem Motto „Altes Rom". Sogar die Notenpulte der BigBand werden von Bühnenbildnern mit Stoff bezogen und mit römisch wirkenden Ornamenten verziert. Die Musiker treten in Toga und Schnürsandalen an, ihre teilweise elektrifizierten Instrumente zu bedienen, und der Bandleader trägt würdevoll einen Lorbeerkranz.

Die Band soll allerdings nur zwei Stücke spielen. Das weitere Programm schildert hauptsächlich die Freizeitaktivitäten von NRW-Bürgern, die mehr oder weniger mit dem römischen Motto in Verbindung stehen. So gibt es neben einer Hobbykohorte der Legion Caesars z.B auch Westernreiter, Drachenflieger, und Hundeschlittenführer. Ein weiterer Programmpunkt sind Wettspiele, die Stilelemente von „Spiel ohne Grenzen" aufweisen.

Es gibt mehrere Proben von Freitagmittag bis Samstagnachmittag, und am Ende stellt die Regie fest, dass viele Beiträge ohne Musikuntermalung deutlich zu trocken daherkommen. Um diese Lücke zu schließen, wird eine halbe Stunde vor Sendebeginn die Young-People Big-Band gefragt, ob man nicht spontan eine musikalische Begleitung der Programmpunkte über-nehmen könnte. Die Young-People beleben also an diesem Abend die fast vergessene Tradition der großen Fernsehshoworchester neu und stehen nach einem großen Erfolg an der Schwelle, Stammgast der Showreihe zu werden. Dummerweise hat der WDR dann das Gesamtkonzept der Show nicht mehr lange weiterverfolgt und das Format eingestellt.

Weitere Höhepunkte....

...fand das Schaffen der Big Band auch in der Unterstützung zahlreicher politischer Schwergewichte in ihrem Bemühen um guten Anklang in der Öffentlichkeit. Hier zu nennen wären unter anderem beispielsweise Helmut Kohl, Johannes Rau, Klaus Töpfer, Rita Süssmuth sowie Rudolf Scharping und Oskar Lafontaine jeweils während ihrer Kanzlerkandidatur. Ein besonderes Event war auch ein Auftritt auf einem Sommerfest im damaligen Kanzleramt in Bonn. Zweimal ('86 und '07) wurde auf dem Nordrhein-Westfalen-Tag aufgespielt, und beim Jazz im Zett konnten sogar Klaus Doldinger zahlreiche Zuhörer abspenstig gemacht werden. Auch gab es mehrmals eine Zusammenarbeit mit dem Circus Roncalli. Sämtliche der bisheri-gen gut fünfhundert Konzerte können hier aber nicht einzeln angeführt werden.

Sonntagskonzert auf Tournee im Phantasialand Brühl

Die nächste Gelegenheit für einen Fernsehauftritt ergab sich dann am 09. April 2000 wieder im ZDF, und zwar erneut im Sonntagskonzert auf Tournee, diesmal im Phantasialand Brühl. Die Anreise war also etwas weiter, und es galt auch schon am Samstagmorgen rechtzeitig zu den Proben zu erscheinen. Zur Unterstützung der Young People hatte der Sender auch noch Gitte Haenning, Die Höhner, Ireen Sheer und Karel Gott verpflichten können.

Erstaunlich dabei war, dass Karel Gott bei seiner Ankunft bereits optisch perfekt zu den Brünern passte. Er hatte sich anscheinend gut vorbereitet, und ein Sakko im selben auberginefarbigen Stoff wie die Bühnenmode der BigBand getragen. Später entpuppte sich seine Wahl aber doch als zufällig, und am Sonntag wich sein Erscheinungsbild deutlich von dem eines Young-People ab.

Die BigBand tat das im Übrigen auch, denn die freiberufliche Kostümbildnerin identifizierte sofort die fehlende Fernseheignung der weißen Oberhemden, so dass sie Jeanshemden beschaffte, die dann dem Sender kostenpflichtig zur „Verschönerung" der Young People zur Verfügung gestellt wurden.

Die Oberhemden waren im Übrigen nicht das einzige störende Detail. In der Probe fiel, dabei wurde auf den Bandleader gezeigt, das gestrenge Wort: „ Nehmt doch mal den Kerl da aus dem Bild."

Der Trost für Marcell lag im Nachhinein darin, das es ihm gelingen konnte, einen Kontakt zu Gitte Haenning zu knüpfen, der sich später noch als sehr fruchtbar erweisen sollte.

Intoniert (sofern man bei Vollplayback von intonieren sprechen kann) wurde übrigens „Zazueira", und zwar als letzter Programmpunkt. Die übrigen Protagonisten kamen allerdings etwas in Zeitverzug, so dass die Young-People nur noch teilweise vom Abspann verdeckt für den halben Titel zu sehen waren.

Die lange Proben- und Wartezeit wurde allerdings durch die kurzweiligen Unterhaltungsmöglichkeiten im Phantasialand mehr als nur erträglich gemacht.

 

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